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„Ruine“ wurde abgerissen

An der Herwarthstraße/Wörthstraße entstehen jetzt drei Einfamilienhäuser. „Detektivarbeit“ machte den Verkauf bzw. Kauf des Grundstücks erst möglich

Mülheim-Styrum.. Verfallen und verwaist war es seit langem – das Eckhaus an der Herwarth-/Wörthstraße. Nachbarn ärgerten sich über die „hässliche Ruine“ und die Stadt Mülheim hatte sie eingezäunt, weil das kaputte Dach Passanten gefährdete. Man plante, die Zwangsversteigerung beim Amtsgericht zu beantragen, denn die zwei Eigentümerinnen kümmerten sich augenscheinlich nicht um ihre Immobilie.

Doch es kam anders. Das Haus ist inzwischen abgerissen worden, seit Oktober werden an gleicher Stelle drei Einfamilienhäuser gebaut. Und das geht auf Kenan Akkurt zurück. Der Bauingenieur, ein Styrumer, hatte das verwahrloste Gebäudeensemble im Vorbeifahren schon öfter wahrgenommen, dann unseren Zeitungsartikel dazu gelesen und beschlossen, dass hier etwas geschehen müsse – und er ermittelte.

Wie ein Detektiv machte er sich auf die Suche nach den zwei Damen, denen das Haus gehörte, um es ihnen abzukaufen – ohne zu ahnen, dass das nicht einfach werden würde. „Aber ich mag komplizierte Fälle und habe nicht aufgegeben“, sagt er lachend. Denn: Nachdem der Akkurt die Eigentümerinnen gefunden hatte und ihnen „einen Einigungsvorschlag“ gemacht hatte, stellte sich heraus, dass eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen war. Welche Bank ihrer Familie einst Kredit gewährte, war den „sichtbar überforderten Besitzerinnen“ nicht bekannt. Auch Papiere besaßen sie keine.

Nachbarn waren erleichtert
Also wühlte sich Kenan Akkurt durch Berge von Sachen und Unterlagen im verlassenen Haus und fand schließlich doch heraus, um welche Bank es sich handelte. Er zahlte, löschte die Grundschuld, kaufte Grundstück samt Gebäude, tilgte die aufgelaufenen Rückstände bei der Stadt. „Die hatte schon einen Zwangsversteigerungsantrag beim Gericht gestellt, den ich gerade noch in letzter Minute stoppen konnte“, erzählt er. Durch sein zielstrebiges Handeln war allen Beteiligten irgendwie geholfen, der Bank, der Stadt, den Eigentümerinnen und ihm selbst.

Dann machte er sich daran, das vollgestellte und verwinkelte Haus leerzuräumen. In dem Gebäudekomplex waren neben Wohnungen früher auch eine Trinkhalle und eine Kneipe untergebracht. Kaum begann man mit dem Abriss, kamen die Nachbarn heraus auf die Straße. „Die haben Kaffee und Kuchen gebracht und gesagt: Gut, dass das Ding jetzt wegkommt“, berichtet der Diplom-Ingenieur.

Entstehen werden auf dem rund 600 m² großen Grundstück nun drei aneinandergebaute Einfamilienhäuser mit je 170 m² Wohnfläche. Echte Energiesparhäuser, wie Akkurt betont. Baubeginn war im Oktober, Fertigstellung soll Mitte 2015 sein. Erste Interessenten gibt es schon. Besonders freut sich der Investor und Projektentwickler, dass er Styrum wieder um eine schöne Ecke reicher machen kann.

Quelle: www.derwesten.de/staedte/muelheim/ruine-wurde-abgerissen-id10111064.html